Machern - Hunderte männliche Rockträger tummeln sich um das historische Schloss Machern. Wieder einmal werden die Besten in den Disziplinen Hammer- und Strohsackwerfen, Gewichtehochwurf, Baumstammslalom und Slalomfassrollen ermittelt. Natürlich fehlt auch das legendäre Tauziehen (tug of war) der Mannschaften nicht. - Es ist wieder Zeit für Internationale Highland-Games.
Inzwischen eine gute Tradition
A n einem Wochenende Mitte September verwandelt sich das Schloss Machern mit dem dazu gehörigen Park in eine schottische Enklave mitten in Deutschland. Über 30 Teams, "Clans" genannt, wetteifern in Disziplinen wie Tauziehen, Steinwurf, Hammerwurf, Strohballenhochwurf, Baumstamm werfen oder Fass rollen um den Sieg.
Am Samstag finden dabei die Amateur-Wettbewerbe statt, am Sonntag sind die Profis anlässlich Deutscher Meisterschaften dran. Außerdem stellen sich Dudelsackspieler in einer Internationalen Pipe-Band-Competition der Jury. In den unterschiedlichen Kategorien (Grade) ermitteln auch sie ihre Besten. Diese Competition stellt auch den Abschluß der "Freiluft-Saison" dar und ist die letzte im Rahmen der BAG Royal Bank of Scotland All-German-Championships.
T raditionell laden der Kulturverein Schloss Machern und mit seinem Schottland-verrückten Chef Uwe Schimmel zum bunten Treiben ein. Neben den stärksten Männern und Frauen im Kilt werden unter anderem auch die besten Pipe-Bands und Highland-Tänzer sowie die "Heavys" mit den besten Versuchen beim Baumstammwerfen gesucht. Mehr als 1000 Mitwirkende aus Schottland, Deutschland, Österreich, der Schweiz, Dänemark und Holland messen sich bei dem bundesweit größten Event dieser Art regelmäßig im September ihre Kräfte. Den Siegern winken Preisgelder und Pokale.
Schaulustige und Schottland-Liebhaber
A uch mehrere tausend Schaulustige kommen an beiden Tagen selbst bei überhaupt nicht schottischem Wetter zum Macherner Schloss, um die außergewöhnlichen Wettbewerbe und eine Menge schottische Kultur zu erleben. Viele von ihnen tragen selbst einen Kilt und outen sich damit als Schottland-Liebhaber. Wie Cheforganisator Schimmel selbst. Vor einigen Jahren war er mit anderen auf die Idee gekommen, in Machern Highlandspiele zu veranstalten. In ihrer schottischen Heimat werden sie zwischen Mai und September jedes Jahr als Volksfest in verschiedenen Städten und Regionen gefeiert. Auch in Machern hat man mal klein begonnen. Für die ersten Wettkämpfe musste noch händeringend nach mitwirkenden Mannschaften gesucht werden. Dann waren jedes Jahr mehr Teilnehmer und Zuschauer hinzugekommen. Inzwischen sind die Plätze für die Teilnahme oft schon sehr zeitig ausgebucht. Die Wettkämpfe werden von einem bunten Programm begleitet. Für Unterhaltung sorgen Bands, die Scottish und Irish Folk spielen, irische Step- und schottische Militärtänzer, eine Falknershow und die "Sheep Dogs" - schottische Border-Collies, die ihre Fähigkeiten im Schauschafehüten unter Beweis stellen. Komplettiert wird die Highland-Kulisse im Macherner Schlosspark mit zotteligen Highlandrindern (Cattles). Wer in diesem Ambiente Lust auf ein schottisches Outfit bekommt, kann sich gleich einen original Kilt und dazu einen Dudelsack kaufen. Typische Speisen und traditioneller Kilt
A uch kulinarisch geht es schottisch zu. Es gibt Fish & Chips, den typischen Lammeintopf Irish Stew und eine sächsische Version des schottischen Nationalgerichtes Haggis. Für Neulinge sei erklärt: Haggis - das ist durchgedrehter Schafmagen mit Kartoffelmus und Rüben. Wer eher bodenständig essen will, kann sich mit Bratwurst und Steak, Schwein vom Spieß oder Suppe aus der Feldküche stärken. Ebenfalls zum festen Bestandteil des Events gehören auf jeden Fall viel Whiskey und Guinness. Am Ende der Highland-Games beibt allerdings eine Frage fast immer unbeantwortet: Was ist denn nun tatsächlich unter dem Schottenrock? Ihre Anfahrt - hier können Sie planen!
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